Vom Frieden und der Selbstliebe
Der "große" Frieden fängt mit dem "kleinen" Frieden in uns selbst an.
Fühlst du dich im Unfrieden mit einem anderen Menschen?
Schaffst du es nicht, Frieden zu schließen, weil er nicht dazu bereit ist?
Verletzt es dich, dass er keinen Frieden mit dir schließen will? Im Gegenteil?
Hier ein paar Antworten:
Frieden ist etwas, das zuerst einmal „nur“ un-abhängig von anderen erschaffen werden kann.
Der eigene innere Unfrieden des anderen macht es ihm nicht möglich, Frieden zu schließen.
Er glaubt unbewusst, die Ohn-Macht nicht ertragen zu können, wenn er sich seinen Themen stellt.
Das alles ist aber nicht deine Angelegenheit – es ist seine.
Und wir dürfen dem anderen die Kraft, die Entscheidung, sein Tempo und seinen Weg lassen, ob, wann und wie er seine Themen klären möchte und wird.
Was aber ist unsere Angelegenheit?
Unsere Angelegenheit ist es, für uns selbst zu sorgen.
Wir brauchen keine Erlaubnis von und kein Einvernehmen mit anderen – und speziell auch nicht von diesem anderen -, mit ihm Frieden zu schließen, auch wenn es mit ihm zu tun zu haben scheint.
Wir dürfen uns auch von Abhängigkeiten Dritter frei machen und mit jedem Frieden schließen – ohne Erlaubnis oder Zustimmung anderer.
Wir brauchen nur unsere eigene Erlaubnis.
Es ist eine innere Arbeit, die ohnehin vor allem mit uns – und nicht mit anderen – zu tun hat.
Du darfst dich also einfach aus eigenem Entschluss heraus dafür entscheiden, mit dir und mit jedem anderen Frieden zu schließen.
Da das Äußere nur das Innere widerspiegelt: Wo bist du also mit dir selbst nicht im Frieden?
Da alles letztlich mit mangelnder Selbst-Liebe zu tun hat, darfst du dir die Fragen stellen:
Liebst du dich (schon) selbst?
Glaubst du, es steht dir zu, dass du dich selbst lieben darfst, auch wenn du "nicht perfekt" zu sein scheinst?
Wenn du einen Freund / eine Freundin hättest, der so wäre, wie du: Würdest du ihn lieben?
Sprichst du anderen mehr Wert zu, als dir selbst?
Erlaubst du anderen, das Maß aller Dinge zu sein und über dich und deinen Wert zu urteilen?
Liegt es an den ein, zwei oder paar wenigen Situationen, in den du meinst, anders hättest handeln „müssen“?
Liegt es daran, dass andere dich verurteilt haben?
Bist du bereit, anderen und dir selbst zu vergeben?
Alles, was wir tun, ist in dem Moment stets das Beste, was wir glauben, tun zu können. Mag sein, dass wir das später anders sehen – aber in dem Moment war es das Beste. Wir tun es in einer guten Absicht.
Alles, was wir tun, war auch ein Zusammenspiel mit dem anderen. Wir gehen miteinander in Resonanz und entscheiden uns in dem Zusammenspiel für eine Re-Aktion. Wir haben also nicht allein Anteil an dem, wie es war.
In Anbetracht unseres gemeinsamen Themas besteht Ausgewogenheit. Unser Verhalten und das des anderen passen diesbezüglich perfekt zusammen. Dadurch spiegeln wir uns gegenseitig unser gemeinsames Thema, das wir - jeder für sich - klären dürfen.
Alles, was wir tun, ist ein Geschenk: für dich selbst und den anderen. Für beide ist es eine Einladung zu wachsen – in sich Frieden zu machen -, die wir dankbar annehmen dürfen.
Wir haben uns aufgrund des selben Themas angezogen und gewählt, das wir beide in unterschiedlicher Weise offenbaren – wie in einem Tanz -, letztlich, um uns gegenseitig einzuladen, es zu klären – jeder bei sich selbst.
Wenn du also zu dem Schluss kommst, dass du im Rückblick ein paar Dinge hättest anders machen wollen, und wenn du sonst zu dem Entschluss kommst, dass du dich selbst zum Freund wählen würdest:
Denkst du, dass dann da doch noch irgendetwas sein müsste, dass du es nicht wert wärest, dich zu lieben, weil der andere es scheinbar auch nicht (mehr) kann?
Machst du dich vom anderen abhängig? Stellst du die Meinung des anderen über deine?
Was, wenn er dich doch (nach wie vor) liebt, aber sich genauso für seine „Fehler“ verurteilt, wie du selbst?
Was, wenn er nicht den Mut hat, bei sich selbst hinzuschauen?
Was, wenn er „alles“ tut, um dir aus Angst vor Nähe seine Ablehnung zu zeigen?
Und: Was, wenn er dir niemals wieder die Hand reichen wird?
Wirst du dann bis zum Lebensende auf seine Gnade und Vergebung warten? Wirst du dich selbst weiter verurteilen, weil er nicht in der Lage ist, seinen Anteil anzusehen und sich selbst und dir zu verzeihen?
Oder wird bei dir nach und nach die Erkenntnis wachsen, dass du selbst ein ganz wundervoller Mensch bist, genauso wertvoll und wunderbar, wie jeder andere - ein Mensch, der bereit ist, aus seinen „Fehlern“ zu lernen bzw. seine Themen zu klären und zu vergeben - sich und dem anderen -, der sich entscheidet, ab jetzt in Selbst-Liebe gut für sich zu sorgen, der erkennt, dass er sein eigenes Wohl in seinem Leben an die erste Stelle setzen darf, der sich nicht mehr vom Urteil anderer abhängig zu machen braucht und der wirklich sagen darf:
Ich bin wertvoll.
Ich liebe mich selbst.
Ich bin wundervoll.
Ich lasse die Angelegenheiten anderer bei ihnen.
Ich übernehme die Verantwortung für meine eigenen Angelegenheiten.
Ich gestalte mein Leben nach meine Wünschen.
Ich gehe meinen eigenen Weg.
Ich liebe, wen ich lieben möchte.
Ich vergebe.
Wir sind alle gleich wertvoll.
Ich lasse mein Herz offen für andere.
Ich schließe Frieden – mit mir selbst und mit allen anderen.
Und das ist nicht die Garantie, aber die Voraussetzung dafür, dass auch mit anderen wieder Frieden entstehen kann. Denn dann strahlen wir unsere Selbst-Liebe und unseren Frieden aus, der auch auf den anderen wirkt – selbst, wenn er nicht in unserer Nähe ist.
Mag sein, dass er sich durch unser Licht dann erst einmal noch mehr im Schatten seiner Themen wiederfindet, weil der Unterschied für ihn deutlicher wahrnehmbar wird, aber auch, weil wir als "Tanzpartner" abhanden gekommen sind. Er steht jetzt "allein" mit seinen Themen da, die er noch deutlicher eingeladen ist, zu klären.
Durch seine ersten, vielleicht noch heftigeren, Re-Aktionen werden dann aber auch wir getestet:
Wie wahrhaftig ist unsere Selbst-Liebe?
Wie wahrhaftig ist unser Frieden?
Sind sie wahrhaftig, wird die Liebe aber wirken. Sie wird den anderen im Herzen berühren und kann seine Angst auflösen, die ihn bisher von uns fernhält. Er wird spüren, dass sein Unfrieden keine Wirkung mehr auf uns hat, und in seinem Tempo selbst die „Waffen“ niederlegen. Denn er spürt, dass Frieden ist.
Daher ist es aus meiner Sicht der einzige Weg, in uns selbst Frieden zu schließen, um Frieden im Außen zu bewirken. Denn alles, was wir im Außen sehen, ist nur ein Spiegel unseres Inneren. Was es braucht, sind "nur" die Bereitschaft und der Mut, hinzuschauen und uns selbst zu lieben, weil uns allen Liebe zusteht. Denn wir sind alle gleich liebens-wert.